Heidelbeere & Oberbürgermeister in der pepper.bar
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(Quelle: RNZ) Für die nächsten vier Tage erobert eine Frucht die Stadt: Die "Heidelbeertage" feiern das Obst, von dem Heidelberg womöglich seinen Namen hat (siehe "Hintergrund"). In Zusammenarbeit mit Vereinen, dem Deutschen Apothekenmuseum und verschiedenen Gastronomen präsentieren die Organisatoren um Frank Schlottmann bis Sonntag ein abwechslungsreiches Programm rund um die blaue Frucht.
Da gibt es etwa den "Heidelberg Huckleberry", einen Cocktail, den Schlottmann eigens für die vier Festtage kreiert hat. Serviert wird der Drink in der Pepperbar in der Heugasse 1. Richtig schlemmen können Eis-Liebhaber im "Schmelzpunkt" in der Hauptstraße 90. Dort gibt es ein Heidelbeersorbet mit Waldhonig, Sahne und einem süßen Zitronenmelisse-Pesto. Auch die Chocolaterie Yilliy in der Haspelgasse 7 hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Den "Heidelberg", eine Pralinenkombination aus weißer Schokolade, Mandelsplittern, Pistazienraspeln und – natürlich – Heidelbeeren. Bis Sonntag gibt es täglich Gratis-Kostproben. Außerdem werden in der Chocolaterie künstlerische Arbeiten zum Thema "Heidelbeeren" ausgestellt.
Wer nach der ganzen Schlemmerei wieder ein paar Pfunde loswerden will, ist bei "Fitropolis" richtig. Das Fitnessstudio der TSG Rohrbach bietet am Freitag, 24. Juli, eine zweieinhalbstündige Mountainbike-Tour auf den "Heidelberg", also den Königstuhl, an. Abfahrt ist um 18 Uhr am "Fitropolis", Am Rohrbach 57. Am Samstag, 25. Juli, geht es dann in Jogging-Schuhen ab 10 Uhr zwei Stunden lang zum gleichen Ziel. Auch hier ist der Start am Fitnessstudio.
Wer etwas über die Heidelbeere als Heilpflanze im Mittelalter erfahren will, muss am Freitag, 24. Juli, ins Deutsche Apotheken-Museum in den Schlosshof kommen. Bei dem Vortrag ab 18.15 Uhr wird auch über den aktuellen Stand der Forschung berichtet. Für den richtigen Duft im Museum sorgt "Savon Vivre". Die Seifenmanufaktur stellt handgemachte Heidelbeerseife vor, dazu gibt es ein Duft-Ratespiel mit Früchten. Und wer nach all diesen Angeboten ein richtiger Fan der "Heidelbeertage" geworden ist, der kann sich bei "i-AM" in der Hauptstraße 152 noch ein entsprechendes T-Shirt kaufen.
HINTERGRUND
Der Name "Heidelberg" kommt von der Heidelbeere? Da runzelt der gemeine Heidelberger erst einmal die Stirn. Die Perle am Neckar benannt nach einer – zwar wohlschmeckenden – aber doch profanen Frucht?
Doch die Veranstalter der "Heidelbeertage" haben sich das nicht einfach ausgedacht. Tatsächlich ist das Heidekrautgewächs ein möglicher Namensgeber der Stadt. Es gibt aber noch weitere
Kandidaten.
"Es ist nicht endgültig zu klären, woher Heidelberg seinen Namen hat", erklärt Frieder Hepp, der Leiter des Kurpfälzischen Museums und Experte für die Geschichte Heidelbergs. Aber schon immer wird ausgiebig darüber diskutiert und andere Theorien ins Spiel gebracht. So war etwa "heidel" (oder "hedel") ein frühes Wort für "Ziege". Auch daher könnte die Stadt ihren Namen haben, der dann "Ziegenberg" bedeuten würde. Auch ein Germane namens "Hedilo" kommt als Ursprung in Frage. Er soll laut Hepp zu Zeiten der römischen Besiedelung in Heidelberg gewesen sein, als auch die Prophetin Jetta lebte. Und für die Heidelbeere wiederum spricht ein frühes Stadtwappen, das den Heidelberger Löwen über grünen Sträuchern zeigt. Und die werden als Heidelbeersträucher interpretiert. "Die Tendenz geht zu dieser Version", sagt Hepp. Ist ja auch die netteste im Vergleich zu Ziegen oder einem alten Germanen – auch wenn der Stadtname dann ganz korrekt "Heidelbeerberg" heißen müsste.
Sicher ist hingegen, dass die Stadt 1196 erstmals in einer Urkunde erwähnt wird. Der Ort ist aber wohl schon im Lauf des 12. Jahrhunderts entstanden. Schon um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim. ste